Stabwechsel bei Kindertagespflege

NWZ vom 07.05.2026

Stabwechsel bei Kindertagespflege

Abschied Nach fast drei Jahrzehnten wurde die langjährige Geschäftsführerin Bettina Bechtold-Schroff offiziell verabschiedet. Von Axel Raisch

Göppingen. Die Verabschiedung Bettina Bechtold-Schroffs erfolgte im Anschluss an die Mitgliederversammlung am 4. Mai – bis zu diesem Zeitpunkt hatte Bechtold-Schroff noch ehrenamtlich als stellvertretende Vorsitzende amtiert. Zahlreiche Wegbegleiter und Vertreter aus Politik und Verwaltung würdigten ihr Wirken, darunter Göppingens Oberbürgermeister Alex Maier und Geislingens Oberbürgermeister Ignazio Ceffalia. Die Vereinsvorsitzende Sabrina Hartmann wertete die große Resonanz als Ausdruck hoher Wertschätzung. Amtsleiter Lothar Hilger verabschiedete Bechtold-Schroff. Bechtold-Schroff habe den Verein seit 1996 maßgeblich geprägt, davon zehn Jahre als Geschäftsführerin. In ihre Amtszeit gefallen seien zentrale Entwicklungen wie der Ausbau der Qualifizierung von Tagespflegepersonen sowie die Schaffung zahlreicher Kooperationsvereinbarungen mit Kommunen – landesweit einmalig, so Hartmann. Unter ihrer Leitung entwickelte sich der frühere Tagesmütterverein zu einer modernen Organisation mit inzwischen 19 Mitarbeiterinnen. Die Umbenennung in „Verein für Kindertagespflege“ im Jahr 2024 unterstreicht diesen Professionalisierungsprozess. Bechtold-Schroff habe „Maßstäbe gesetzt“ und ein „bestens gerüstetes Haus“ übergeben, betonte Hartmann. Oberbürgermeister Maier hob die Bedeutung der Kindertagespflege für die Stadt hervor: Allein in den vergangenen zehn Jahren seien in Göppingen mehr als 1100 Kinder betreut worden. Ohne dieses Angebot hätte der Rechtsanspruch auf Betreuung kaum erfüllt werden können. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass die Zusammenarbeit mit den Kommunen stets auch Herausforderungen mit sich gebracht habe. Auch Ceffalia würdigte die „unerschöpfliche Herzenswärme“ der scheidenden Geschäftsführerin und betonte die gesellschaftliche Bedeutung des Angebots, insbesondere in Zeiten wachsender Anforderungen an Familien und Kürzungen bei Angeboten. Der Amtsleiter des Kreisjugendamtes, Lothar Hilger, zitierte gewohnt launig aus einer jahrzehntealten Profilbeschreibung der Tätigkeit Bechtold-Schroffs. Unter anderem war dabei von schnellen Dienstwegen die Rede. „Es war ein Highway“, ließ Hilger Nachgeborene wissen. Hartmanns Vorgänger Georg Kolb erinnerte an das Jahr 1990, als sich Bechtold-Schroff als Bezirkssozialarbeiterin beworben habe: Schon damals sei er als junger Amtsleiter „sowas von überzeugt von ihr gewesen“. Bechtold-Schroff selbst zeigte sich dankbar für die Unterstützung durch ihr Team, den Vorstand und zahlreiche Partner. Sie zeigte sich überzeugt davon, dass dies eine der besten Betreuungsarten sei, in kleinen Gruppen und in familiärer Atmosphäre – auch wenn Mutter und Vater nie ersetzt werden könnten. Ihre Nachfolge trat zum 1. Januar 2026 Sonia Elineau an, die bereits seit über neun Jahren im Verein tätig ist.